Texas
Texas erfuellt alle Klischees: jeder traegt einen Cowboyhut, die meisten fahren Pickups und in den Cafes und Supermaerkten laufen einem immer wieder mal bewaffnete Leute ueber den Weg.
Und auch mit der Verstaendigung ist das hier ein wenig abenteuerlich. Der texanische Slang laesst einem viel Raum zur Interpretation: manchmal raetsel ich, ob die Abschiedsfloskel jetzt "einen schoenen Tag noch" oder "scher dich zum Teufel" bedeutet hat.

Hunderte von Kilometern geht es durch die Praerie - meistens geradeaus. Wie ein endloser Film ziehen vertrocknetes Gras, kahle Felsen und braune Straeucher an mir vorbei. Trotzdem hat das ganze irgendwie seinen Reiz - langweilig ist es jedenfalls nie.
Naja, nur manchmal; als ich an einem Pausentag deshalb beschliesse, mal wieder das Fahrrad zu putzen stelle ich fest, dass an der Hinterachse die Befestigung von zwei Speichen gebrochen ist.
Ich kann nicht mehr machen, als die beiden Speichen ausbauen und hoffen, dass nicht noch mehr wegbricht.
Und nachdem ich 14000 Kilometer quasi defektfrei zurueckgelegt hab, ein paar Tage spaeter gleich das naechste Teil, das sich verabschiedet: mein Laptop gibt nur noch klaegliche Geraeusche von sich. Hoert sich verdaechtig nach kaputter Festplatte an. Zum Glueck habe ich die meisten Daten gesichert.

So langsam geht es jetzt Richtung Endspurt. Die naechsten Tage gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Heimat: auf der Strecke liegen Orte wie Hamburg, Oldenburg oder New Ulm. Die Gegend war vor 100 Jahren bei deutschen Auswanderern wohl recht beliebt.
kaputter Laptop + kein Kartenleser = wenig Fotos