Sonntag, 20. Mai 2012

update: 12.03.2010

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gefahrene Kilometer: 16700

Iran


Donnerstag, 11. Juni 2009 um 09:59 Uhr

Hoscakal Türkei - Salam Aleykum Iran

Nach 43 Tagen in der Türkei trinke ich meinen letzten Cai bevor der türkische Grenzbeamte mit dem Ausreisestempel meinen Aufenthalt in der Türkei besiegelt.

Bei den Kollegen auf der iranischen Seite wandert mein Ausweis erst durch mehrere Hände, es wird wichtig geschaut, und irgendwann knallt dann auch hier der obligatorische Stempel aufs Papier. Und schon habe ich iranischen Asphalt unter meinen Reifen.

Auf den ersten Blick ist alles wie in der Türkei. Doch schon bald fallen mir die uralten LKWs auf; die meisten dürften an die 50 Jahre alt sein. Auch gibt es hier wesentlich mehr Autos auf den Straßen. Nicht zuletzt eine Folge des vor einigen Jahren noch lächerlich niedrigen Benzinpreises. Der ist mittlerweile jedoch auf umgerechnet knapp 30 Cent gestiegen. Für viele hier ein Problem.

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Iran - das Oldtimerparadies

Auch die persönliche Freiheit der Frauen ist im Iran stark eingeschränkt. Das beginnt bei der Pflicht, Tschador und Kopftuch zu tragen und endet keineswegs bei separaten Abteilen in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Was jedoch geblieben ist, ist die Herzlichkeit der Menschen. Kaum ein Tag, ohne Einladung oder Geschenke. Für mich immer noch Highlight: das aus dem fahrenden Auto gereichte Obst und Getränke.

Gerade in den Städten ist die Orientierung etwas abenteuerlich; lateinische Buchstaben findet man nur selten - sämtliche Schilder und Zeichen sind auf Farsi geschrieben. Anhand der Kilometerschilder präge ich mir während der Fahrt zumindest schonmal die Zahlen auf Farsi ein.

Am zweiten Tag treffe ich Emmanuel, der gerade Siesta am Straßenrand macht. Wir haben den gleichen Weg und so fahren wir ein paar Tage zusammen.


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Irgendwann radelt uns dann noch Jean über den Weg. Ein 56-jähriger Kanadier, der seit zwei Tagen nichts gegessen hat. Offensichtlich ist an ihm vorbeigegangen, dass iranische Banken nicht ans westliche Bankensystem angeschlossen sind und Kreditkarten somit nutzlos sind. Und so ist er ohne einen Dollar in der Tasche unterwegs - im Iran ein echtes Abenteuer.

 
Donnerstag, 11. Juni 2009 um 10:29 Uhr

Teheran


Um meinen Terminplan einzuhalten fahre ich ab Tabriz mit dem Bus nach Teheran.

Obwohl das Busterminal ein ganzes Stück in der Stadt liegt habe ich noch über zehn Kilometer auf dem Fahrrad bis zu meinem Hotel in der Stadt vor mir.

Am Busbahnhof meint noch einer besorgt "Pass auf, das ist Teheran!"


Und tatsächlich, was in dieser Stadt auf der Straße passiert ist wirklich nur mit einem Wort zu beschreiben: Chaos!


Eine unglaubliche Masse an Autos, Motorrädern und Fußgängern quetscht sich hektisch durch die Straßen. Selbst auf dem Gehweg überholen sich die Motorräder gegenseitig.

Ampeln und Verkehrspolizisten gibt es zwar, beide werden aber konsequent ignoriert.



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Ausser diesem Chaos auf der Straße und der damit verbundenen giftigen Smogglocke hat die Stadt fuer mich nicht viel zu bieten.

Ich muss mich um meine Visa für die nächsten Länder kümmern; und so hänge ich hier wohl noch ein paar Tage fest.

 

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Mittwoch, 01. Juli 2009 um 14:38 Uhr

Abschied vom Iran


Aus gegebenem Anlass kürze ich den Aufenthalt im Iran ab.

Während ich auf meine Visa für die nächsten Länder warte mache ich jedoch mit dem Bus noch ein paar Tage einen Abstecher nach Esfahan und Yazd.

 

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Wenn man genau hinsieht erkennt man den Hinweis auf ein geheimes Atomlager

 


Yazd ist eine absolut faszinierende, uralte Stadt in der Wüste. Besonders die alten Lehmhäuser mit ihren Windtürmen lassen einen die Zeit vergessen.

 

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Windturm in Yazd


"Esfahan ist die halbe Welt", lautet ein alter Spruch.

Dieser Tage schaut die halbe Welt aus einem anderen Grund auf den Iran; dass bei der Wahl des Präsidenten nicht alles mit rechten Dingen zuging ist relativ offensichtlich. Zu euphorisch war die Stimmung der Menschen vor der Wahl, dass sich durch den Wechsel des Präsidenten endlich mal was ändern könnte.

Bei vielen Gesprächen kommt immer wieder die Unzufriedenheit der Leute mit ihrer Regierung zum Ausdruck; viele Einschränkungen und fehlende Perspektiven machen das Leben hier nicht gerade leicht.

So verlasse ich dieses für mich sehr faszinierende Land nach drei Wochen mit einem lachenden und einem weinenden Auge.


Hier gibts mehr Bilder

 


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