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Samstag, 12. September 2009 um 13:22 Uhr |
Thailand
Schön, dass es noch Dinge gibt, auf die man sich verlassen kann... so erfüllt Bangkok mal wieder sämtliche Klischees: leckeres Essen an jeder Straßenecke, Smog vom allerfeinsten und natürlich die allgegenwärtigen alten Männer aus westlichen Nationen, die beim Treppensteigen liebevoll von 18-jährigen Thaifrauen gestützt werden. Ein Engländer hat es sehr passend formuliert: krank im Kopf nach Thailand, krank im Körper nach hause.
Etwas ausserhalb der Stadt hatten wir ein recht nettes Hotel mit Pool. Da braucht es schon gute Argumente, um sich wieder auf den Weg zu machen.
Als mich die Besitzer des Hotels für den nächsten Tag zum Tempelfest einladen ist das so ein Argument und ich verschiebe meine Abfahrt notgedrungen um einen Tag.
Das Fest war recht witzig: es wurden alle möglichen Tempel im Umkreis abgeklappert, ständig gabs was zu essen, zwischendurch ein Ausflug mit dem Boot und dann noch mehr Tempel gucken.
Zum Schluß das Highlight: heilige Fische füttern! Muss man mal erlebt haben. Erst wird kiloweise Weißbrot an die Leute im Boot verteilt, dann werden damit die Fische gefüttert.
Nach kürzester Zeit kocht das Wasser um das Boot herum und alle sind tropfnass.
Hier ein Video von unserem Ausflug.
Fischfütterung
Irgendwann hab ich mich dann doch wieder aus Fahrrad gesetzt. Ein Einheimischer fragt mich zum Abschied, warum ich nicht den Bus nehme; als ich mich kurz darauf auf mehrstöckigen High- und Motorways wiederfinde frage ich mich das auch.
Trotz übelstem Smog und Linksverkehr hab ich dann doch relativ flott den Weg aus der Stadt gefunden.
 Als nachmittags dunkle Regenwolken aufziehen komme ich zufällig an einer Reihe netter kleiner Ferienhäuschen vorbei. Der Typ am Eingang konnte zwar kein Englisch, hab den Preis dann aber von 450 Baht auf 220 verhandeln können. Supi! Er hat noch irgendwie mit seinen Fingern "drei" gedeutet, hab aber nicht wirklich kapiert, was er mir sagen wollte. Der kleine Bungalow war nett, sogar mit Klimaanlage und schön sauber.
Nach einer Weile stand dann der Typ wieder vor der Tür und versucht mir energisch irgendwas zu erklären, deutet wieder die ganze Zeit "drei". Dann holt er einen Zettel raus und schreibt 450 Baht drauf.
Und auf einmal macht das rosa Zimmer, das Bild der halbnackten Frau an der Wand und die gedeutete drei einen Sinn... Ich bin in einem Stundenhotel gelandet!! Die gezahlten 220 Baht waren für drei Stunden, 450 für die ganze Nacht.
Hab mir erstmal nix anmerken lassen und den Doofen gespielt. Dann hat der Typ lang telefoniert und mir sein Handy in die Hand gedrückt. Da war der Chef dran, der zum Glück englisch konnte. Hab ihm erklärt nix Frau nur Fahrrad und nix zahlen 450, weil 220 ausgemacht. Naja, das ging ein Weilchen so hin und her und irgendwann meinte er, ich brauch nichts extra zahlen, da ich das ja nicht wissen konnte. Sowas kann einem nur in Thailand passieren.
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