Sonntag, 20. Mai 2012

update: 12.03.2010

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gefahrene Kilometer: 16700

Turkmenistan


Mittwoch, 01. Juli 2009 um 14:48 Uhr

Mit Vollgas durch die Wüste Turkmenistans


Turkmenistan gehört nicht gerade zum einfachsten Land für Radfahrer; es gilt als eines der heißesten Länder Zentralasiens und bietet neben viel Wüste jede Menge Gegenwind.

Wegen der Schweinegrippe wurde in jüngster Zeit wohl auch vielen die Einreise verwehrt.


Mir hat der an Arroganz nur schwer zu überbietende Konsul in Teheran fünf Tage für die knapp 500 Kilometer zugestanden. Hätte schlimmer kommen können.


Schlimmer wäre es dann bei der Einreise auch tatsächlich beinahe gekommen. An dem auf einem Stuhl schlafenden Typen mit einem riesigen Kanister Desinfektionsspray neben sich fahre ich ganz leise vorbei; muss ja nicht sein, dass der mein Fahrrad mit irgendeinem Chemiezeugs vollsprüht.


Bei der anschließenden Passkontrolle finden die Grenzbeamten dann aber einen Fehler bei meinem Visum: ein Zahlendreher beim Geburtsdatum. Es heißt sofort - Einreise no! Ich soll zurück zum Konsulat nach Teheran, das Datum korrigieren lassen, und darf dann wiederkommen. Witziger Vorschlag, zumal ich ohne Visum ja gar nicht mehr in den Iran darf. So hänge ich dann ein paar Stunden im Niemandsland fest und darf nach vielen Formularen, Unterschriften und Stempeln dann irgendwann doch noch einreisen.

Die nächsten Tage verlaufen relativ unspektakulär.

 

turkmenistan105

Tuerkische LKW-Fahrer laden mich zum Cay ein - die schauen grimmig, waren aber lieb:)

 


Ausser viel Wüste und ein paar grünen Landstrichen zwischendurch gibt es nicht viel zu sehen. Tagsüber hat es 40 Grad im Schatten, den es hier aber nur recht selten gibt; dafür jede Menge Gegenwind.

Morgens stehe ich meistens um vier Uhr auf; die Temperaturen und der Wind sind dann noch halbwegs erträglich.

 

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Sonnenaufgang mitten in der Wueste

 


Eigentlich wollte ich Turkmenistan komplett mit dem Fahrrad durchqueren, doch dann kommt mal wieder alles anders. Am letzten Tag mache ich mitten in der Wüste gerade ein Nickerchen in einem kleinen Lokal, während draußen der 47 Grad heiße Wüstenwind pfeift. Plötzlich stürmt eine turkmenische Großfamilie den kühlen Raum. Sie laden mich zum Essen ein und mit einigen Wodka wird die deutsch-turkmenische Freundschaft begossen.


Als die Meute wieder aufbricht wird kurzerhand beschlossen, dass ich bei ihnen mitfahren muss. Könnte durchaus sein, dass mein Widerspruch nicht sehr ausgeprägt ausgefallen ist. Jedenfalls finde ich mich kurze Zeit später mit einer Tasse Wodka in der Hand im uralten Bus wieder.

Die 70 Kilometer bis nach Turkmenabat vergehen, begleitet von vielen Trinksprüchen, wie im Flug.

Die Einladung zu ihnen nach hause zu einer weiteren Runde Wodka lehne ich dann aber doch ab.


In Turkmenabat tobt ein Sandsturm und im letzten Tageslicht suche ich mir etwas ausserhalb der Stadt ein ruhiges Plätzchen für mein Zelt.

 

Mehr Bilder vom grossen Sandkasten


 


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