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Vietnam wird seinem Ruf als anstrengendes Reiseland voll gerecht.
Besonders auf den Straßen ist es hier einfach nur stressig.
Was in unserem Kulturkreis lebenslangen Führerscheinentzug zur Folge hätte, wiederholt sich hier im Minutentakt. Alle fahren extrem rücksichtslos, aggresiv und am schlimmsten: jeder hupt permanent stupide vor sich hin. Diesen Lärmpegel muss man echt mal erlebt haben.

Von der Grenze bis nach Hanoi bin ich fünf Tage in diesem Chaos unterwegs; vom Land habe ich in dieser Zeit nichts mitbekommen.
Ich glaube, mich haben wieder einige Leute vom Straßenrand aus gegrüßt; ist aber alles im Dauerhupen der Autos und Mofas untergegangen. Und die Landschaft war bestimmt auch ganz nett, aber es war schlichtweg zu gefährlich, nach rechts oder links zu gucken.
Nach einer knappen Woche ist es überstanden - ich bin in Hanoi angekommen.

Mein Hotel liegt mitten in der Altstadt, in deren zahllosen kleinen Gassen man sich schon verlaufen hat, sobald sich die Hoteltür hinter einem geschlossen hat.
Das Leben spielt sich hier wie seit Ewigkeiten zum Großteil auf der Straße ab. Dementsprechend gibt es an jeder Ecke viel zu gucken.
Mit den Einheimischen komme ich jedoch nicht wirklich zurecht. Bei den meisten leuchten nur die Dollarzeichen in den Augen, wenn sie einen Touristen sehen. Teilweise maßlos überzogene Phantasiepreise oder "aus Versehen" zu wenig Wechselgeld zurückgeben sind hier leider an der Tagesordnung.

Die letzten paar Tage sind die Schönsten: es regnet in Strömen! Die vielbefahrene Straße zur chinesischen Grenze entwickelt sich immer mehr zur Schlammpiste. Jede Menge querstehende und umgekippte LKWs blockieren alles. Triefnass und eingehüllt in eine Ganzkörper-Schlammpackung fahre ich gutgelaunt an den kilometerlangen Staus vorbei und habe die Straße quasi ganz für mich allein. Das erste mal, das hier keiner hupt.
Achja, ich weiß jetzt übrigens, was sie hier mit den Hunden machen.
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